Wenn der Feed Druck macht
Social Media triggern nicht nur Marken, sondern auch Menschen

Im Job optimieren Sie Marken, Botschaften und Kampagnen und dann optimiert der Feed ganz nebenbei Ihre Stimmung. Ein paar Minuten Scrollen reichen oft, um aus „läuft eh“ ein „ich müsste auch…“ zu machen.
Wenn sich dieses Gefühl einschleicht, liegt das nicht an Ihnen, sondern am Medium. Social Media zeigen selten den Alltag, sondern fast immer die Highlights. Launch statt Korrekturschleifen. Applaus statt Zweifel. Glanz statt Chaos. Hier sind fünf Fakten, die Druck rausnehmen, ohne dass Sie offline gehen müssen.
1) Kurz mal scrollen und zack: Lebenskrise
Sie wollten eigentlich nur „kurz“ auf LinkedIn oder Instagram schauen. Ein bisschen Inspiration, ein schneller Überblick, vielleicht ein Like fürs Netzwerk. Und plötzlich wirkt es, als würden alle gerade ein Business skalieren, Awards gewinnen, ein Buch schreiben – und dabei auch noch entspannt aussehen. Tipp: Wenn Sie merken, dass das „nur kurz“ schon zu lange ist: Handy weglegen, einmal tief durchatmen und bewusst entscheiden, ob Sie gerade Inspiration suchen oder nur Ablenkung.
2) Ihr Montag vs. das Best-of der anderen
Der Vergleich fühlt sich so real an, weil unser Kopf aus Einzelposts schnell eine Gesamtrechnung macht. Und genau da passiert der Denkfehler: Sie vergleichen Ihren ganz normalen Arbeitstag mit den besten Momenten von jemand anderem. Das ist ungefähr so fair wie ein Pitch ohne Briefing. Tipp: Denken Sie sich bei Trigger-Posts kurz dazu: „Highlight, nicht Alltag.“ Das reicht oft schon, um den Druck rauszunehmen.
3) Der Reality-Check, der Sie rettet
Wenn ein Posting Druck macht, hilft eine simple Frage: Sehen Sie gerade ein echtes Leben oder ein Ergebnis? Meist ist es nur das Ergebnis. Der Weg dorthin bleibt unsichtbar. Und plötzlich wird aus „Ich bin hinten“ wieder „Ich bin mittendrin“. Tipp: Stellen Sie sich zwei Gegenfragen: „Was sehe ich nicht?“ und „Welche Arbeit steckt vermutlich dahinter?“ Genau das bringt die Perspektive wieder zurück.
4) Progress schlägt Perfektion (auch ohne Filter)
Vergleich macht selten besser, meistens nur nervöser. Sinnvoller ist der Blick auf den eigenen Fortschritt: Was wäre heute ein realistisches 1-Prozent-Plus? Eine Aufgabe fertig machen statt fünf beginnen. Ein Briefing klarer formulieren. Eine halbe Stunde Fokus ohne nebenbei zu scrollen. Nicht spektakulär, aber wirksam. Tipp: Starten Sie den Tag mit einer Mini-Entscheidung: „Was ist heute eine Sache, die wirklich fertig wird?“ Das gibt sofort Ruhe und Richtung.
5) Input-Diät: weniger Feed, mehr Kopf
Manchmal ist es nicht mangelnde Motivation, sondern zu viel Input. Social Media als Dauerrauschen fressen Konzentration. Nutzen Sie sie lieber bewusst in kurzen Zeitfenstern und nicht zwischen jedem Gedanken. Tipp: Legen Sie fixe Scroll-Zeiten fest (z. B. 2×10 Minuten). Alles außerhalb davon ist „nicht jetzt“, wie ein gut gepflegtes Projektboard.
Behandeln Sie Ihren Social-Media-Feed so, wie Sie auch eine Marke führen würden: bewusst, strategisch und mit klaren Kriterien. Eine Marke würde auch nicht sagen: „Wir lassen einfach alles auf uns einprasseln und hoffen, dass es guttut.“ Sie würde auswählen, was passt und was nicht. Sorgen Sie dafür, dass das, was täglich in Ihren Kopf kommt, Sie unterstützt statt stresst!











