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Consumer Trends Report 2026

Konsumverhalten im Wandel

Consumer Trends Report 2026
Foto: iStock.com/tadamichi

Im Consumer Trends Report 2026 analysiert das Capgemini Re-search Institute auf Basis internationaler Konsumentenbefragungen die aktuellen Verhaltensmuster: Wie reagieren Konsumentin-nen und Konsumenten auf wirtschaftliche Unsicherheit? Welche Rolle spielt KI beim Einkauf?

Für diesen Beitrag wurden jene Ergebnisse herausgefiltert, die besonders für Kommunikation, Markenführung und Werbung relevant sind.

KI wird Einkaufsberater
International zeigen sich 46 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten be-geistert von den Auswirkungen generativer KI (GenAI) auf das Onlineshopping, drei Viertel sind offen für KI-basierte Emp-ehlungen. In Deutschland nutzen bereits 59 Prozent GenAI-Chatbots zur Produkt-suche statt klassischer Suchmaschinen. 69 Prozent erwarten dabei plattformübergreifende Empfehlungen, die verschiedene Onlinequellen einbeziehen. Unternehmen aus Konsumgüter- und Einzelhandel sehen in GenAI großes Transformationspotenzial. 

Schnelle Lieferung ist Aufpreis wert
Die Zahlungsbereitschaft für schnelle Lieferungen steigt deutlich. Weltweit ist der An-teil der Konsumentinnen und Konsumenten, die für eine beschleunigte Zustellung einen Aufpreis zahlen würden, von 41 Prozent (2023) auf 70 Prozent (2024) gestiegen. Auch in Deutschland sind Kundinnen und Kunden bereit, für eine Lieferung innerhalb von zwei Stunden oder sogar zehn Minuten durchschnittlich neun Prozent des Bestellwerts zusätzlich zu bezahlen. Für 73 Prozent der Deutschen ist eine Lieferung innerhalb von zwei Stunden ein entscheidendes Einkaufskriterium. Quick Commerce gewinnt damit weiter an Bedeutung.

Nachhaltigkeit, ja bitte! Aufpreis, nein danke!
Nachhaltigkeit beeinflusst Kaufentscheidungen deutlich: 70 Prozent der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen nach eigenen Angaben bei nachhaltigen Marken ein, 63 Prozent würden bei fehlender Nachhaltigkeit die Anbieterin oder den Anbieter wechseln. Gleichzeitig sinkt international die Bereitschaft, dafür höhere Preise zu akzeptieren. Während 38 Prozent bereit sind, bis zu fünf Prozent mehr zu zahlen, nimmt die Zahlungsbereitschaft oberhalb dieser Schwelle kontinuierlich ab. Zudem erwarten Konsumentinnen und Konsumenten transparente CO₂-Kennzeichnungen, Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung sowie detaillierte Produktinformationen. 

Neue Produkte
KI-Influencerinnen und -Influencer gewinnen an Bedeutung: Weltweit vertraut ein Viertel der Verbraucherinnen und Verbraucher KI-generierten Avataren und kauft auf Basis ihrer Empfehlungen. Auch klassische Social-Media-Influencerinnen und -Influencer beeinflussen Kaufentscheidungen zunehmend – insbesondere bei der Generation Z, von der 69 Prozent 2024 über Influencerinnen und Influencer neue Produkte entdeckt haben (Vorjahr: 45 Prozent).
Soziale Medien entwickeln sich insgesamt zu zentralen Handels- und Servicekanälen: In Deutschland entdecken 49 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher neue Produkte über Plattformen wie Instagram oder TikTok (2022: 28 Prozent). 

Werbung auf Websites und in Apps beeinflusst Käufe
Werbung auf Websites und in Apps von Einzelhändlerinnen und -händlern erreicht in Deutschland 63 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Produktsuche; international sind es 67 Prozent. Weltweit hat Onlinewerbung im vergangenen Jahr fast ein Drittel der Onlinekäufe beeinflusst. Mit Werbung im stationären Handel zeigen sich Konsumentinnen und Konsumenten dagegen weniger zufrieden, insbesondere aufgrund mangelnder Personalisierung. Einzelhändlerinnen und -händler bauen  Retail Media Networks aus.

Kommunikationsbranche?
Es wird kein Jahr der schrillsten Kampagne, sondern der glaubwürdigsten Marke. Es geht um einen klaren Nutzen statt reiner Imagekommunikation, wichtig sind transparente Preis- und Datenpolitik. KI muss sinnvoll integriert werden und es zählen emotionale Anker statt bloßer Reichweite. Wer diese Balance schafft, bleibt relevant – auch in einem vorsichtigen Markt.