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Arbeitsmarkt 2026

Sicherheit wird wichtiger als große Sprünge

Arbeitsmarkt 2026
Foto: iStock.com/Nobi_Prizue

Der österreichische Arbeitsmarkt ist von wachsender Unsicherheit geprägt. Viele Beschäftigte glauben inzwischen, dass es schwieriger geworden ist, einen neuen Job zu finden, gleichzeitig bleibt die Bereitschaft zum Jobwechsel überraschend hoch. Genau dieses Spannungsfeld zeigt der aktuelle Arbeitsmarkt-Kompass für das erste Quartal 2026 deutlich. Die Studie von Marketagent in Kooperation mit Leitbetriebe Austria liefert auch spannende Einblicke für die Kreativ- und Kommunikationsbranche.

Besonders auffällig: Die Einschätzung der eigenen Jobchancen hat sich deutlich verschlechtert. Nur noch 44 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Österreich glauben, aktuell leicht einen neuen Job zu finden. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2023. Gleichzeitig sinken die Erwartungen bei Gehaltssprüngen im Zuge eines Jobwechsels. Viele Menschen beurteilen die wirtschaftliche Lage nüchterner und vorsichtiger als noch vor zwei Jahren. 

GenZ verändert die Spielregeln
Trotzdem bleibt die Wechselbereitschaft überraschend hoch. Rund 38 Prozent zeigen laut Studie eine hohe Bereitschaft, beruflich etwas zu verändern. Besonders stark ausgeprägt ist das bei jüngeren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Generation Z. Unternehmen stehen damit weiterhin vor der Herausforderung, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu halten. Interessant ist dabei vor allem, was Beschäftigten heute wirklich wichtig ist. Zwar bleibt faire Bezahlung das wichtigste Kriterium bei der Jobsuche, direkt danach folgen jedoch bereits Faktoren wie gutes Arbeitsklima, Wertschätzung und Jobsicherheit. Themen wie Homeoffice oder die 4-Tage-Woche spielen zwar weiterhin eine Rolle, sind aber oft weniger entscheidend als ein respektvolles Umfeld und eine gesunde Unternehmenskultur. 

Auch die klassische Vollzeitstelle verliert zunehmend an Attraktivität. Die ideale Wochenarbeitszeit liegt laut Studie inzwischen bei rund 33 Stunden, der gewünschte Homeoffice-Anteil bei etwa 40 Prozent. Flexible Arbeitsmodelle entwickeln sich damit immer stärker vom „Nice-to-have“ zum echten Wettbewerbsfaktor. Gerade für Agenturen, Kreativbetriebe und kleine Teams könnte das künftig noch wichtiger werden, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. 

Effizienz allein reicht nicht mehr
Spannend ist zudem der kulturelle Wandel rund um Arbeit selbst. Das früher oft gefeierte Motto „Work hard, play hard“ verliert zunehmend an Bedeutung. Gesundheit, mentale Balance und ein funktionierendes Privatleben werden wichtiger. Dauerstress gilt immer seltener als Statussymbol. Gerade jüngere Generationen achten stärker darauf, ob Arbeit langfristig zum eigenen Leben passt. Parallel dazu verändert KI viele Berufsfelder und Arbeitsprozesse. Automatisierung und KI-Tools sorgen zwar für Effizienz, gleichzeitig steigt aber der Wert menschlicher Fähigkeiten wie Kreativität, strategisches Denken, Kommunikation oder emotionale Kompetenz. Besonders gefragt sind künftig Menschen, die Technologie sinnvoll nutzen können, ohne dabei Persönlichkeit, Ideenstärke und kreative Qualität zu verlieren. 

Für die Kreativbranche ergibt sich daraus eine spannende Entwicklung: Unternehmen suchen nicht nur Fachwissen, sondern zunehmend Menschen mit Haltung, Anpassungsfähigkeit und sozialer Kompetenz. Kreativität bleibt gefragt, vielleicht sogar mehr denn je. Allerdings verändert sich die Erwartung daran, wie gearbeitet wird, welche Rahmenbedingungen wichtig sind und welche Rolle Arbeit künftig im Leben vieler Menschen spielen soll.